„Hooligans gegen Salafisten“ am Samstag in Marxloh

Dan Ganther (NPD) + Michael Simons (Pro NRW) + weitere NPD’ler am 22.2.2014 am Rand der Pierre Vogel Kundgebung

Am kommenden Samstag plant der bekannte salafistische Prediger Pierre Vogel einem Auftritt in einer kleinen Moschee in Marxloh. Bereits der letzte Auftritt von Pierre Vogel (damals vor dem Hbf) in Duisburg im Februar 2014 zog viele Neonazis und Rechtspopulist_innen an. Die NPD versuchte eine Spontankundgebung anzumelden, die von der Polizei aufgrund mitgebrachter Transparente nicht als spontan anerkannt wurde. Nun hat Daniel Voit, der in der Vergangenheit an Kundgebungen von NPD, Pro NRW und Dügida teilnahm, auf der Pegida NRW Seite angekündigt mit Hogesa in Marxloh aufzutauchen.

Daniel Voit auf einer NPD-Kundgebung am 27.03.2010 in Duisburg

Wie viele rechte Hooligans, Neonazis und Rechtspopulist_innen am Samstag tatsächlich in Marxloh aufmarschieren werden, ist noch nicht absehbar (bisher gibt es auch noch keine offiziellen Anmeldungen). Was jedoch absehbar ist, dass jede_r Demonstrant_in vor der Moschee, Pierre Vogel & co nur bestärken wird. Denn politische Salafisten stecken unheimlich viel Arbeit und Ressourcen darin Menschen davon zu überzeugen sich von der Mehrheitsgesellschaft abzuwenden. Am Samstag bräuchten sie sich dafür keine Lügenkonstrukte aus den Fingern saugen, sondern können einfach mit dem Zeigefinger aus dem Fenster zeigen und sagen: „Seht her, sie hassen uns, sie hassen Muslime, deswegen müssen wir stärker zusammenhalten.“

Politische Salafisten vertreten ähnlich reaktionäre Ansichten wie NPD, PI-News & co, die gegen diese demonstrieren – ein patriarchales Weltbild, keine Selbstentfaltung des Individuums, stattdessen das eigene Leben auf die Nation/Religion ausrichten. Der entscheidende Unterschied ist jedoch die gesellschaftliche Machtverteilung in Deutschland (sehr schön illustriert am Beispiel der Korruption). Während Salafisten zu einer Minderheit in Deutschland zählen und weder in den Medien, noch in der Politik, noch in den Behörden, noch in der „Mitte“ der Gesellschaft Rückhalt haben, sieht es bei Pegida, Hogesa & co. ganz anders aus. Wer in den letzten Monaten und Jahren das Tagesgeschehen verfolgt hat, dem dürfte das nicht entgangen sein. So kann auch geschlussfolgert werden, dass wenn der antimuslimische Rassismus und die Ausgrenzung der mittlerweile 3. und 4. Generation von Menschen mit so genanntem „Migrationshintergrund“ nicht so verbreitet in unserer Gesellschaft wäre, dann hätten Salafisten, „graue Wölfe“ (türkische Faschist_innen) und ähnliche reaktionäre Gruppierungen deutlich weniger Zulauf von nach Zugehörigkeit und Identität suchenden Jugendlichen. Und dann würde Pierre Vogel vielleicht gar nicht nach Duisburg kommen, weil ihn hier niemand erwartet.

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