Augenzeugenbericht zur Eskalation nach der Veranstaltung in Bergheim am 23.8

Heute haben wir einen Augenzeugenbericht zu der Eskalation am 23. August (nach der Veranstaltung des Vereins „Bürger-für-Bürger“) in Duisburg-Bergheim, zugemailt bekommen. Dieser Bericht beschreibt die Situation ganz anders als sie bisher in den Medien dargestellt wurde. Daher haben wir den Bericht als Pressemitteilung zusammen mit den mitgesendeten Fotos weiterverschickt und veröffentlichen das Ganze natürlich auch hier:

Hallo,

ich bin zufällig auf eure Seite gestoßen und sehe, dass ihr über die Ereignisse der letzten Wochen in Bergheim berichtet. Ich hätte da eine Ergänzung: Und zwar bin ich am Freitag, den 23. dort gewesen, als die Situation nach der Veranstaltung eskalierte. Bisher habe ich in den Medien keinen einzigen Bericht, der der Wahrheit entspricht gefunden, weshalb ich mich entschlossen habe meine Beobachtungen niederzuschreiben und euch zur Veröffentlichung zu schicken.

Am Freitag, den 23.8 war ich mit etwa 70 Anderen auf der Veranstaltung des Vereins „Bürger für Bürger“. Die Waz und andere Zeitungen schrieben, dass dort Bürger als Nazis beschimpft und nach der Veranstaltung von einer Gruppe Vermummter abgefangen und verprügelt wurden. Ich habe die Situation ganz anders beobachtet. Entgegen den Äußerungen von Rolf Karling, dem Vereinsvorsitzenden und Moderator der Veranstaltung, waren im Publikum Rechte bzw. Nazis anwesend, die von Anfang an provozierten und einschüchterten. Dies wurde begünstigt durch den doch sehr stark rassistischen Unterton von vielen anwesenden Anwohnern. U.a. ging es so weit, dass von einem der Nazis ein im Rucksack mitgeführter Hammer zur Einschüchterung gezeigt wurde. Pöbeleien und Drohungen gegen Anwesende, die sich kritisch zu dem rassistischen Konsens zeigten, wurden von der Moderation nicht unterbunden, genauso wenig wie die Relativierung des Holocausts an den Sinti und Roma im Nationalsozialismus.

Nach der Veranstaltung hielt ich mich noch an der Brahmsstraße auf, als ich Beschimpfungen und Bedrohungen vor dem Kiosk hörte. Dort standen die vorher auf der Veranstaltung anwesenden Personen, die ich aufgrund ihrer Diskussionsbeiträge als eindeutig rechtsextrem einstufen würde (braungebrannte, tattowierte Frau mit dem blauen Top, stämmige Frau mit kurzen dunklen Haaren, dunklem T-Shirt und weißer Weste bekleidet, dunkelhaariger Mann mit engem schwarzen T-Shirt und schwarzer Hose, dunkelblonder Mann mit kurzer weißer Hose und weißem T-Shirt mit Aufdruck, glatzköpfiger Mann mit Jeans und weißem T-Shirt mit Rückenaufdruck) und einige weiteren Personen (kann mich nicht an alle erinnern), von denen einer ein T-Shirt mit der Aufschrift „Germania“ trug. Auch die Person mit dem Hammer im Rucksack (relativ klein, Glatze, grauer Kapuzenpullover) stand mit diesen Leuten am Kiosk. Sie beschimpften die an ihnen vorbeilaufende Gruppe. Ich schnappte Sätze wie „Deutsches Reich, hier ist Deutsches Reich“ und „scheiß Antifa“ auf. Als die Leute diese verbale Provokation ignorierten und weitergingen, wurden sie von einem großen Teil der Nazis verfolgt und weiter beschimpft, der Mann in schwarz wirkte wie ein Rädelsführer. Ich sah, dass einer der Nazis einen Schlagstock hatte. In dem Moment wollte ich möglichst schnell weg. Die verfolgte Gruppe hatte anscheinend dieselbe Idee und bewegte sich zügiger von den Nazis weg. Plötzlich eskalierte die Situation als die braungebrannte, tattowierte Frau mit dem blauen Top aus der Nazigruppe (sie war vorher auf der Veranstaltung) einer Person von den vermeintlichen Linken an den Haaren zog. Danach sah ich nur eine Reizgaswolke und wie die Nazis mit Schlagstöcken und Fäusten auf die Linken einprügelten, die sich versuchten zu wehren. Dabei zogen einige der Linken Halstücher o.ä. vors Gesicht, wahrscheinlich um sich vor dem Reizgas zu schützen. Das war auch der Moment an dem ich beschlossen hatte abzuhauen, bevor die Nazis auch noch auf mich losgehen. Die Leute aus der Gruppe der Linken versuchten auch zu flüchten.

Hieraus ist wahrscheinlich die Schlägerei entstanden, die in den Medien den Linken zugeschrieben wurde. Die gesamte Vorgeschichte wurde in den Medien nicht erwähnt, da die Linken wohl keine Zeugenaussage gemacht haben und die Rechten sich als unschuldige Opfer dargestellt haben.

Im Anhang sind noch Fotos von den auf der Veranstaltung und/oder später am Kiosk anwesenden Rechten (zumindest von denen, die ich als solche erkannt habe).

Mit freundlichen Grüßen
Dominik Itzehoe

Folgende Bilder wurden uns mit dem Augenzeugenbericht zugeschickt und zeigen die im Bericht beschriebenen Personen (auf den ersten beiden Fotos sind außerdem neben dem Nazi im „Germania“-Shirt ein Polizist und Karling zu sehen). Zum Vergrößern der Bilder einfach anklicken:

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