Pegida, Klappe die zweite – Eine kurze Einschätzung

Zum zweiten Pegida-Aufmarsch waren erfreulicherweise deutlich weniger Pegida-Anhänger_innen in Duisburg als letzte Woche. Die Polizei berichtet von 300, wir würden sagen: höchstens 250. Die Veranstalter selbst sprechen größenwahnsinnig von 500. Der Pegida-Aufmarsch setzte sich überwiegend aus Neonazis und rechten Hooligans (u.a. von der Division Duisburg) zusammen. Mitglieder des „Nationalen Widerstands Duisburg“ und weitere Duisburger Neonazis (u.a. Damiana Glied, Sascha Johnson, Thomas Eckleder, Patricia Weppner, Tobias Schäfer (NPD), Marcel Schmuck, Dominik Pascal Perret) waren ebenso vertreten wie angereiste Mitglieder und Führungspersonen der Partei „Die Rechte“ (u.a. Michael Brück, NRW-Vizevorsitzender und Betreiber eines Internethandels mit dem eindeutigen Namen „antisem.it“. Bei der Zusammensetzung der Demoteilnehmenden lassen sich also nicht wirklich Unterschiede zu der von Melanie Dittmer organisierten Dügida-Demo feststellen.

Veranstalter und Rechtspopulist Sebastian Nobile versuchte hingegen vergeblich die bürgerliche Fassade u.a. durch das Schmücken der Veranstaltungswagens mit verschiedenen Nationalflaggen aufrecht zu erhalten. Dies schmeckte nicht allen Teilnehmenden, einige sollen mehrfach versucht haben eine Fahne des Staates Israel vom Wagen abzureißen. Von daher ist es fraglich ob es Nobile gelingen wird den Spagat zwischen den Rechtspopulisten, Neonazis und den „besorgten Bürger_innen“ zu schaffen. Bereits die zweite Pegida-Demo in Duisburg war durch Neonazis und rechte Hools geprägt, deren Teilnahme auf das bürgerliche Spektrum teilweise abschreckend wirkt. Die rechten Hools und Neonazis fühlen sich wiederum durch den verzweifelten Versuch Nobiles mit allen Mitteln die bürgerliche Fassade aufrecht zu erhalten abgeschreckt. So bleibt zu hoffen, dass der dritte Pegida-Aufmarsch erneut schrumpfen wird.

Dies ist allerdings kein Grund beim Gegenprotest nachzulassen, denn ihre Gefährlichkeit stellten sie ja schon selbst vor laufenden Kameras des WDR unter Beweis, als sie versuchten das Kamerateam zu attakieren.
Bereits in der zweiten Woche stellten sich Pegida insgesamt nur noch etwa 1000 Gegendemonstrant_innen entgegen. Diesmal hatte der DGB darauf verzichtet zum Gegenprotest aufzurufen, was wir für fatal halten. Auch wenn Pegida sich selbst Steine* in den Weg legt, können wir nicht unsere Füße hochlegen und abwarten. Wir müssen es dem Pegida-Aufmarsch so ungemütlich wie möglich machen, damit er in Gänze aus Duisburg verschwindet!

* Apropos Steine: Mit einem Gefühl irgendwo zwischen Erstaunen und Entsetzen nehmen wir das Verhalten der Polizei, Staatsanwaltschaft und eines Haftrichters wahr. Wie einer Pressemitteilung des Duisburger Netzwerks gegen Rechts zu entnehmen ist, wurde ein Antifaschist am Montag, den 26. Januar überfallartig vor seiner Haustür durch Polizisten in Zivil festgenommen und bis zum nächsten Tag in Haft festgehalten. Der Vorwurf: Laut einer anonymen Quelle sollen Bekannte des Antifaschisten in einem Baumarkt Steine gekauft haben. Angeblich um diese bei den Protesten gegen Pegida einzusetzen, so die ominöse, anonyme Quelle auf die sich die Duisburger Staatsanwaltschaft beruft. Des Weiteren wurde die Maßnahme damit begründet, dass der Antifaschist bereits in einer Datei der Polizei als sog. Gefährder geführt werde. Steine wurden bei ihm übrigens nicht gefunden!
Dieser Fall erinnert an eine Satire-Sendung über den „Autonomen Supermarkt“. Leider ist uns nicht zum Lachen zu mute, uns fehlen einfach die Worte zu diesem skandalösen Vorgehen des „Rechtsstaates“.
Trotzdem lassen wir uns nicht von solchen Repressionen einschüchtern! Wir werden weiterhin unseren Protest gegen Pegida und andere Rassist_innen auf die Straße tragen!

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