Vorsitzender der AfD Duisburg muss wegen offener NPD-Unterstützung zurücktreten – Andere Unterstützer_innen dürfen bleiben

Seit der Kommunalwahl Ende Mai sitzen NPD, AfD und Pro NRW im Duisburger Stadtrat. Während sich die Alternative für Deutschland (AfD) öffentlich um Distanz bemüht, macht die rechtspopulistische Partei Pro NRW überhaupt keinen Hehl aus der „fruchtbaren Zusammenarbeit“ im Duisburger Stadtrat und den „guten Kontakten“.
Vor einigen Wochen wurde das Protokoll der zweiten Ratssitzung veröffentlicht. In dieser ging es um die Wahl von Ratsmitgliedern in verschiedene Ausschüsse. Und siehe da: zwei der drei AfD-Mitglieder unterstützen die Wahl der NPD Ratsfrau Melanie Händelkes in den Kulturausschuss. Dass Mitglieder der NPD, AfD und Pro NRW sich gegenseitig unterstützt haben, war eigentlich ein offenes Geheimnis, doch nachdem es schwarz auf weiß sichtbar wurde (Foto zum Vergrößern anklicken), äußerte der AfD-Landesvorsitzende seinen Unmut darüber und forderte den Duisburger AfD-Fraktionsvorsitzenden Holger Lücht zum Parteiaustritt auf. Alan Daniel Imamura, der ebenfalls für die NPD gestimmt hatte, zeigte angeblich Reue und darf deswegen bleiben. Das dritte Fraktionsmitglied Marion Stöbbe hatte sich bei der öffentlichen Abstimmung enthalten, bei der geheimen Abstimmung liegt die Vermutung nahe, dass sie auch für die NPD bzw. für Pro NRW gestimmt hat, denn diese hatten stets acht Stimmen erhalten, was der Anzahl der rechten Ratsleute entspricht.
Lücht wurde mittlerweile als Fraktionsvorsitzender abgewählt. Doch damit hat sich der Streit um die Duisburger AfD nicht erledigt. Am 2. November fand eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Duisburger AfD statt bei der Lücht auch als AfD-Sprecher abgewählt werden sollte. Dieser ist dem Abwahlverfahren zuvorgekommen und als Vorsitzender des Duisburger Kreisverbandes zurückgetreten.

Welche Schlussfolgerungen können wir aus dieser Geschichte ziehen?
Die NRW-AfD bemüht sich anscheinend krampfhaft nicht mit der NPD und anderen Nazis in Verbindung gebracht zu werden während die Duisburger-AfD mit Pro NRW und NPD kein Problem hat, dies aber nicht immer so offen zeigen kann. Was nun aus Holger Lücht wird ist noch unklar, vielleicht tritt er ja demnächst der NPD bei?

UPDATE: Lücht wurde nun auch aus der Ratsfraktion ausgeschlossen, womit die AfD mit 2 Personen nur noch als Gruppe und nicht mehr als Fraktion im Stadtrat vertreten ist.

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